Unsere Überflussgesellschaft und die Folgen

Seit dem Wirtschaftswunder bis heute hat sich in Europa eine Wegwerfgesellschaft entwickelt. Wir leben im Überfluss und können- besonders was Lebensmittel betrifft- alles zu jeder Zeit haben, und das auch noch zu Dumpingpreisen. Lebensmittel werden im Überschuss produziert, um uns jederzeit die gesamte mögliche Palette zu bieten. Dafür werden Massen an Lebensmitteln weggeworfen- einerseits wenn sie nicht gewissen Schönheitsnormen entsprechen-zu klein, zu krumm, zu fleckig sind- andererseits wenn sie dann dank des Überangebotes welken, faulen, abgelaufen sind, oder einfach nicht gekauft wurden und schon die nächste Lieferung kommt. Gleichzeitig werden in diesem System wertvolle Ressourcen verschwendet-Boden, Wasser, Energie, Arbeitskraft, …-und die ProduzentInnen ausgebeutet. Beim reinen Lustkauf im Supermarkt und Diskounter, nehmen wir keine Rücksicht auf die Jahreszeit, die Herkunft, auf die Produktionsbedingungen, auf die ProduzentInnen, auf Umweltbedingungen. Großkonzerne gewinnen immer mehr Macht, die Lebensmittelherstellung wird immer weiter industrialisiert. Kleine ProduzentInnen haben keine Chance mehr am Markt mitzuhalten, deren Existenzen werden vernichtet.

Das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft als Alternative

Das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft stellt sich diesem ausbeutenden System entgegen und bietet eine Alternative dazu.KonsumentInnen und ProduzentInnen bilden eine Gemeinschaft und übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Herstellung ihrer Lebensmittel. Üblicherweise werden die Jahreskosten  für den Anbau bzw. die Herstellung von Lebensmitteln, inklusive Einkommen für die Landwirtin, auf einem Hof berechnet und von den Teilnehmern über das gesamte Jahr hindurch getragen. Außerdem helfen die TeilnehmerInnen zu bestimmten Zeiten am Hof mit. Sie sind sozusagen Teil des Betriebes und  bekommen dann natürlich auch die Ernte. Es gibt keine Preise und keine Produktionsgarantie.

Solidarität schafft Qualität und bildet die Grundlage für Nachhaltigkeit

Durch die Anmeldung der TeilnehmerInnen für eine Saison können wir den Bedarf sehr gut kalkulieren und dementsprechend den Anbau planen. Wir müssen keine Lebensmittel und Ressourcen, zu denen auch unsere Zeit, Mühe und Arbeitskraft gehört, verschwenden oder wegwerfen. Diese Solidarität der TeilnehmerInnen, unser Idealismus und der unserer freiwilligen HelferInnen, machen so ein kleines, lokales, individuelles Projekt, in dem wir den Anbau so nachhaltig gestalten, überhaupt erst möglich. So können wir Gemüse wachsen lassen in einer besonderen sonst kaum verfgügbaren Qualität: Biologisch nach Bio Austria Standards als Grundlage der Wirtschaftsweise, in Mischkultur, kleinstrukturiert, mit alten und seltenen Sorten, mit Blühflächen, Vielfalt, mit viel Idealismus und Herzblut.

 

Es geht uns nicht darum, in einem immergleichen System „besser“ zu konsumieren, sondern die Grundlage des Konsumententums in Frage zu stellen. Wir wollen eine Alternative zum aktuell existierenden Wirtschaftskonstrukt darstellen. Vor dem Hintergrund des Preiskampfes in der Lebensmittelbranche, dessen Druck zur Qualitätssenkung, Lohndumping und Externalisierung von Verantwortung und Kosten führt, bedarf es einer Neudefinition von Konsum und Wohlstand.“ (Kartoffelkombinat München https://www.kartoffelkombinat.de/blog/uber-uns/ziele-und-werte/)

Alle Inhalte dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Es ist verboten, Texte und Bilder ohne schriftliche Erlaubnis für andere Zwecke zu verwenden.

Werbeanzeigen